Ärzte erkennen Grenzen

Eine junge Familie zieht aus der mittlerweile zu kleinen Stadtwohnung in ein schönes, altes Häuschen mit angeschlossenem Garten. Frau und Herr Doktor “Eltern” haben jede Menge zu tun – Mama Anna mit dem Erstgeborenen und mit dem noch nicht Geborenen, der aber auch nicht mehr allzu lange im Bauch bleiben will. Papa Johannes kämpft mit dem charismatischen Haus, in welchem bereits die Großmutter von Anna in ihrer Arztpraxis zum Wohle der Menschen tätig war.

Veränderungen, Erkenntnisse, Entscheidungen

Diese Geschichte handelt von der Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen. Und davon, dass Entscheidungen Erkenntnisse vorausgehen:

“Die Entscheidung, in das Haus meiner Großmutter einzuziehen, fiel, als Kind Nr. 2 unterwegs und klar war, dass die Stadtwohnung mit Mini-Balkon bald zu klein sein würde. Gestärkt wurden wir in unserer Entscheidung, als wir versuchten, unser Baby – natürlich auf dem Arm tragend –  zum Schlafen zu bringen, während unser Einjähriger uns mit Bobbycar und “Lärm-Nachzieh-Holzspielzeug” auf den Fersen war. Da war klar – wir müssen raus…

Also haben wir uns für unser “altes Familienhaus”, in dem schon mein Vater aufgewachsen ist, entschieden. Das Haus samt Garten stammt aus den 1950er Jahren und bringt jede Menge “Altlasten” – aber noch viel mehr Charme, Geschichte und Patina mit”,

schildert “Mama Doktor” Anna.

Nicht nur der Hausumbau war anstrengend, auch der mehr als 60 Jahre alte Garten wollte gezähmt werden:

“Ein alter Swimmingpool musste umzäunt, 2 Kellerabgänge gesichert und ein neues Türl eingebaut werden, um die Sicherheit der Kinder zu bewahren – so gut es eben geht. Unser oberstes Kriterium: “form follows function”- bei 3 Jungs (Papa Johannes mitgezählt) bin ich mit top-designten, schönen und zerbrechlichen Dingen auf verlorenem Posten;-). Der Knöterich unterwanderte und sprengte die Terrasse, von einem  “Rasen” war gar nicht die Rede. Unkraut, wohin das Auge auch reicht!”.

Was tun? Mal “googeln” und schauen, ob unter Verwendung maximaler Unbedenklichkeit eine schöne Außengestaltung möglich ist… Tatsächlich: viele Düngemittel versprechen unter Verwendung vertrauenerweckender Bilder und beruhigender Formulierungen absolute Unbedenklichkeit!

Da heißt es unter anderem:

  • Kinder und Haustiere müssen nicht vom behandelten Rasen ferngehalten werden
  • für dichten und natürlich grünen Rasen, der Moos und Unkraut verdrängt
  • Unbedenklich für Mensch und Tier

Das hört sich ja richtig gut an :-)

Aber dann waren da noch ein paar andere Formulierungen, die zwar versteckt angebracht, aber dennoch stutzig machten:

  • Für Kinder und Tiere unerreichbar aufbewahren
  • Produkt nicht in Abwässer oder freie Gewässer gelangen lassen
  • Ausgangsstoffe: tierische Nebenprodukte (Material der Kategorie 3 nach EU-Verordnung 1774/2002)

Nachdem klar war, dass es sich bei den angegebenen tierischen Nebenprodukten um Schlachtkörperteile, Häute, Hufe, Hörner, Schweineborsten, Federn von Tieren und ähnliches handelt, war auch der üble Geruch, welcher sogar durch die Verpackung eindeutig wahrzunehmen war, erklärbar.

Der Umweltpionier Rasendünger. 100% Wirkung. 100% Natur.

Nur bei einem Produkt wurde man bei der Suche nach dem sogenannten Sicherheitshinweis nicht fündig. Der Geruch des Düngers erinnerte auch eher an eine Backstube denn an eine Landwirtschaft und der Anruf beim Hersteller war gekrönt von einem Gespräch, welches durchaus in die Kategorie “Beratungsgespräch” einzureihen war.

Das LEBENSMITTEL für den Boden. So rein und natürlich, dass man ihn ESSEN kann – lebensmitteltauglich, schadstofffrei, gentechnikfrei laut Spruch des Bundesamtes für Ernährungssicherheit.

Mehr noch, nachdem der Hersteller nicht weit von der neuen “Familienresidenz” ansässig ist, ließ sich ein Vor-Ort-Termin vereinbaren, bei welchem die ganze Familie (Kinder, Eltern und Hauskatze) mitarbeiten konnte.

Ein wahres Vergnügen und das Wissen, eine gute Entscheidung getroffen zu haben :-)

 

 

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